JAKT – quo vadis?

Beim diesjährigen Jugend-Anschluss-Kader-Treffen (JAKT) in Neuenheersee war so einiges anders gegenüber früheren Jahren: Der Termin war vom Herbst aufs erste Märzwochenende gerutscht, der Samstag komplett für sportmotorische Tests reserviert und am Sonntag wurde an einem Landesranglistenlauf in der Region teilgenommen. Aus Baden nahmen unsere LK1 – Marika, Daniel und Emil – am JAKT teil, begleitet vom Landesjugendfachwart.

Der Auftakt am Freitagabend bestand wie gewohnt aus einem Nacht-Sprint-OL, der nach der mehr oder minder langen Anreise der Teilnehmer als Lockerungslauf wie immer sehr willkommen war. Start und Ziel war direkt bei der Unterkunft auf dem Gelände der St. Kaspar Schulstiftung.

Traditionell begann der Samstag mit einem kleinen Warmup vor dem Frühstück. Danach wurde der Sportplatz durch die Trainer für die sportspezifischen Tests vorbereitet und zwei Abschnitte für die Sprints (30 m bzw. 100 m fliegend) entsprechend mit SportIdent-Stationen und aktiviertem Air+ eingerichtet. Außerdem wurde die Laufbahn vermessen und Start- und Zielpunkt sowie die Anzahl der zu absolvierenden Runden (bei einer ermittelten Rundenlänge von 260 Metern) für den 1.000 m und 3.000 m Lauf festgelegt.

Dann ging es auch schon los: In kleineren Gruppen und mehreren Wellen wurden die 30 m und 100 m Sprints fliegend absolviert und dabei auch die Grenzen von SI Air ausgetestet. Ein wesentliches Ziel war es neben dem Sammeln von Leistungsdaten auch Erfahrungswerte für die sportfachliche Ausgestaltung der Tests zu gewinnen, die zukünftig seitens des DOSB vom Fachgebiet OL in der Nachwuchsleistungsförderung verlangt werden und auch in die Landeskader Einzug halten sollen.

Die Mittelstrecken über 1.000 m und 3.000 m waren der Höhepunkt der Vormittagssession: Hierauf hatten die meisten Jugendlichen ihren Fokus und ein eigenes Leistungsziel vor Augen: Marika wählte wie die meisten Mädchen die 1.000 m Distanz, setzte sich von Beginn an die Spitze und kam in 3:30 min als Erste ins Ziel. Beim 3.000 m Lauf der Jungs landeten Emil und Daniel sogar einen Doppelsieg in 10:04 bzw. 10:27 min. Als Emil sich 3 Runden vor Schluss an die Spitze setzte, staunte mancher Trainer über so viel Selbstbewusstsein und die gute Zeit so früh im Jahr.

Am Nachmittag ging es mit sportmotorischen und kognitiven Tests in der Turnhalle weiter: Neben Rumpfkraft, Standweitsprung und Side-to-Side-Hop wurden hier auch Geländeverständnis- sowie Längen- und Flächenvergleichstests absolviert. Beim abschließenden Atomspiel kam auch nochmal der Spaßfaktor durch. Der restliche Nachmittag war frei und wurde für Spiele und Socializing genutzt, während die anwesenden Landesjugendfachwarte sich zu diversen Jugend-OL-Themen austauschten.

Am Sonntag brach der Tross nach dem Frühstuck ins 7 km entfernte Willebadessen auf, wo auf der Karte der DM Mittel von 2023 ein NRW-Landesranglistelauf über die Langdistanz stattfand. Emil (H16) und Daniel (H18) gewannen jeweils ihre Kategorie, während Marika Zweite in der D18 wurde.

Schaut man auf die nominalen Platzierungen und Leistungen, so lässt sich ein erfolgreiches JAKT für das badische Team konstatieren. Allerdings ist auch festzustellen, dass viele Bundeskader dieses Jahr gar nicht teilgenommen hatten, so dass der beabsichtigte Leistungsvergleich und Austausch etwas zu kurz kam. Blickt man zurück auf vergangene Auflagen, fehlte auch etwas vom spezifischen Flair mit Micro-OL in der Unterkunft oder teamgeistfördernden Trainingsformen, was das JAKT früher auszeichnete.

~ Bericht & Fotos von Markus ~